Ende der Schwarmsaison

Bei der wöchentlichen Kontrolle ist aufgefallen, dass alle unsere Völker die Lust am Schwärmen bereits vergangen ist. Und das bereits vor der Sommersonnenwende! Die Drohnenrahmen werden nicht mehr ausgebaut und vor allem überhaupt nicht mehr bestiftet. Trotzdem können noch Schwärme abgehen, z.B. wenn zu wenig Raum vorhanden und alles voller Honig ist oder das Bienenvolk selbst krank ist und den Stock verlässt.

Drohnenrahmen
Naturbau im Drohnenrahmen

Am Ende ist es doch erleichternd nicht mehr die wöchentliche Schwarmkontrolle machen zu müssen. Der Schwarmtrieb ist ja an sich etwas sehr positives, darüber vermehren sich die Bienen. Er bedeutet aber auch eine Menge Arbeit und Zeit. Die ersten Jahre haben wir uns das sehr schwer gemacht und jede Wabe durchgeschaut und auch noch den Fehler begangen alle Näpfchen zu brechen. Die bestehenden Näpfchen sind aber ein guter Anzeiger wann es wirklich ernst wird. Die Erfahrung muss man erstmal machen.  Auch muss nicht immer jede Wabe kontrolliert werden. Dieses Jahr haben wir bei unseren Segeberger Beuten immer die Kippkontrolle gemacht und alle Spielnäpfchen stehen gelassen. Bei Sichtung einer bestifteten Weiselzelle (in denen die neuen Königin gezogen wird) haben wir neue Ableger gemacht und als keine Beuten mehr übrig waren Zwischenbodenableger gemacht. Dabei werden einfach durch einen bienen- aber nicht luftdichten Zwischenboden mit separatem Flugloch, die Flugbienen von der Königin getrennt und die Schwarmstimmung vergeht.

Kippkontrolle
Kippkontrolle
Schwarmzelle
Schwarmzelle
Zwischenboden
Zwischenboden

Beide Verfahren (Kippkontrolle und Zwischenbodenableger) sind doch eine deutliche Arbeitserleichterung. Nun heisst es auf mehr Honig von Linde, Klee und Brombeere zu hoffen und den Varroabefall zu beobachten.

Nachtrag 29.06.2014:
Bei der Routinekontrolle waren die Drohenrahmen wieder vollständig ausgebaut und eine Menge Drohnen warten auf ihren Schlupf. Teilweise wurde auch Arbeiterinbrut angelegt, es gab aber keine sonstigen Anzeichen einer Schwarmstimmung. Die Honigräume sind schon knackenvoll also ist wohl das Beste weiteren Raum zu geben.

Frühtracht Honigernte 2014

Nach zwei mageren (Früh-)Jahren konnten unsere Bienen tatsächlich einiges an Frühtracht-Honig sammeln. Wer sich erinnert: im Mai 2013 hat es komplett durchgeschüttet, das Jahr davor war auch nicht viel besser, jedenfalls in Hamburg. Die gesamte Pflanzenwelt hing total zurück. Wie jedes Jahr auch dieses – alles anders. Die Bienen konnten das gute Wetter ausnutzen und Obst, Löwenzahn, Rosskastanie, Robinie und diverse andere Blüten anfliegen.

Abräumen und Abfegen

So ging es am 30. Mai früh morgens los auf mehreren Ständen in Hamburgs Westen und Norden den Bienen den Honig zu klauen. Bei einem Volk habe ich vorher schon eine Bienenflucht eingesetzt, dort waren die letzen Bienen schnell vertrieben. Bei den anderen Völker mussten wir Wabe für Wabe mit einem Besen von Bienen befreien. Allesamt waren die kleinen dabei sehr friedlich. Direkt zum Start hatte Michael nicht gut genug aufgepasst und sich direkt ein Stich abgeholt, zehn Minuten später war ich dran. Also immer aufpassen wo ihr hingreift! Wir hatten beide dicke Flossen, aber hilft ja nix.
Insgesamt haben wir Honigwaben von fünf Völkern abgeräumt. Generell sollte jeder darauf achten nur reifen Honig zu ernten. Die Waben sollten am besten vollständig verdeckelt sein. Laut Lehrbüchern reicht auch 75% – 50% Verdeckelungsgrad. Bei offenen Waben kann auch eine Stoßprobe gemacht werden um sicher zu gehen, dass kein frischer Nektar mitgenommen wird, der dann leicht gären kann.

Honigraum

Abräumen und Abfegen

Honigernte Mai 2014

Mit den Honigzargen im Schleuderraum ging es nun an das Entdeckeln der Waben mit der klassischen Entdeckelungsgabel.
Fertig entdeckelte Waben wandern in die Vier-Waben-Schleuder mit Handbetrieb. Die Waben müssen mehrfach gedreht werden. Bei ersten Durchgang werden die Waben erst angeschleudert. Der Honig auf der gegenüberliegenden Seite drückt dann sehr stark und es kann zu Wabenbruch kommen, wenn nicht vorsichtig gearbeitet wird.
Der Honig läuft dann aus der Schleuder durch ein Doppelsieb in große Eimer (Hobbocks). 

Honigernte Mai 2014

Honigernte Mai 2014

Schleuder

Auslauf

 

Am Ende muss dann alles gereinigt werden, was mindestens genauso zeitintensiv wie das Schleudern selbst ist. Nicht zu verachten ist dabei auch der Wasserverbrauch. Insgesamt konnten wir eine Ausbeute von ca. 70kg verzeichnen, also durchschnittlich 14kg pro Volk. Am Ende das Tages konnten wir doch ganz zufrieden mit unserem Ergebnis sein.

Das komplette Foto Album: